Rechnungslegung  / Abrechnung bzw. Privatliquidation nach GebüH oder GOÄ für Heilpraktiker oder Naturheilpraktiker | Fotograf Norman Schwarz

Ihre Abrechnung als Heilpraktiker oder Naturheilpraktiker basiert auf einem Dienstvertrag mit dem Patienten, der gem. § 145 BGB nicht an eine Form gebunden ist und sogar ohne ausdrückliche Vereinbarung durch schlüssiges Handeln zustande kommen kann. Der Heilpraktiker schließt hierbei mit dem Patienten einen Dienstvertrag gem. §§ 611–630 BGB, welcher ihn zur Leistung der versprochenen Dienste (Bemühen um Heilung oder Linderung einer Krankheit im gegenseitigen Einverständnis) und den Patienten zur Bezahlung einer Vergütung gemäß Abrechnung verpflichtet.

Nach § 611 BGB ist die Höhe der Vergütung der freien Vereinbarung zwischen Heilpraktiker und Patient überlassen. Wenn beim Zustandekommen des Behandlungsvertrages über eine Vergütung nicht gesprochen wurde, so gilt nach § 612 BGB das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH) , als vereinbart.

Therapiefreiheit in Deutschland - Abrechnung für Heilpraktiker aller Sparten

Sie sind entweder spezialisiert auf schulmedizinische, naturheilkundliche oder sogenannte ganzheitliche Verfahren: Phytotherapie, Homöopathie, Aromatherapie, Chiropraktik und Osteopathie, Physiotherapie, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) z. B. Akupunktur, Kinesiologie, Bioenergetik, Atemtherapie, Blutegelbehandlung, ausleitende Verfahren, Naturheilpraktiker oder Bioresonanztherapie. Oder haben Sie einen Schwerpunkt auf Psychotherapie : Systemische Therapie, NLP-Therapeut, Autogenes Training, Hypnose.

In allen diesen Fällen können wir Ihre Privatliquidation kompetent und effizient gewährleisten.

GebüH85 außer Kraft?

Das von den Heilpraktikerverbänden herausgegebene GebüH, auch GebüH85, gibt für die meisten Positionen Anhaltswerte für die Abrechnung mit dem Patienten vor. Das GebüH wurde 1985 herausgegeben und seitdem nicht mehr aktualisiert. Dies hat zur Folge, dass eine Abrechnung nach GebüH für die meisten Heilpraktiker oder Naturheilpraktiker nicht mehr wirtschaftlich sein kann. Um eine Wirtschaftlichkeit zu erreichen, werden die Höchstsätze des GebüH mit Hinweis im Behandlungsvertrag überschritten oder analog der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) bestimmt. Leistungen, die nicht im GebüH enthalten sind, können entsprechend einer ähnlichen Leistung im GebüH berechnet werden.

Der Patient bezahlt in der Regel die Rechnung für seine Behandlung selbst, bis auf die teilweise Erstattung bestimmter Heilverfahren durch einige GKV und eine größere Anzahl von PKV. Das Behandlungsverhältnis regelt sich demnach auch nicht nach der GOÄ.

Die Höhe der üblichen Vergütung resultiert ansonsten aus den Bestimmungen der Leistung nach billigem Ermessen gemäß § 315 BGB. Wichtig hierbei ist, dass die Gewährung der Vergütung (ebenso wie bei allen anderen Dienstverträgen und Arztbehandlungen) nicht von einem Heilerfolg abhängig ist. Es besteht jedoch für den Heilpraktiker die Verpflichtung zu einer gewissenhaften Behandlung unter Beachtung seiner Aufklärungs- und Sorgfaltspflicht.

Der Honorarrahmen stellt allerdings keine Aussage darüber dar, in welchem Umfang Abrechnungen der Leistungen von privaten Krankenversicherungen übernommen werden. Seit Anfang 2005 bieten fast alle gesetzlichen Krankenversicherungen entsprechende Zusatzversicherungen an, die über private Versicherungspartner abgewickelt werden. Infolge der Gesundheitsreform von 2003 dürfen die Kosten für nicht verschreibungspflichtige Medikamente, von einigen Ausnahmen abgesehen, generell nicht mehr von den Krankenkassen übernommen werden - damit auch die meisten Arzneien der Phytotherapie (Pflanzentherapie) und der Homöopathie.