Abrechnung Corona Hygienepauschale

Hygienepauschale bis 31.03.21 verlängert

Durch die Corona-Pandemie entstehen in Ihrer Arztpraxis höhere Hygienekosten. Die Abrechnung dieses Mehraufwands können Sie auch weiterhin nach GOÄ Nr. A245 vornehmen für die “Erfüllung aufwändiger Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie”. Die BÄK und der PKV-Verband haben die entsprechende Abrechnungsempfehlung bis zum 31.03.21 verlängert.

Unverändert sind die Bedingungen für die Liquidation nach GOÄ Nr. A245. Hier das Wichtigste in Kürze:

Wer kann die GOÄ Nr. A245 abrechnen?

Jeder Arzt, der ambulant behandelt. (also nicht nur niedergelassene Ärzte, auch Notärzte und Ärzte, die in Krankenhaus-Ambulanzen tätig sind)

Bei welchen Patienten kann die Hygienepauschale angesetzt werden?

Die Abrechnung ist unabhängig vom Krankheitsstatus bei allen Privatpatienten oder Selbstzahlern möglich, die ambulant behandelt werden.

Wann kann eine Abrechnung nach GOÄ Nr. A245 erfolgen?

Bei jedem unmittelbaren persönlichen Kontakt zwischen Arzt und Patienten im Zusammenhang mit ambulanten ärztlichen Leistungen. (also nicht bei stationärer Behandlung, nicht bei Leistungen, die ausschließlich durch eine(n) MFA erbracht werden).

Wie hoch ist die abrechenbare Gebühr?

Die Liquidation nach GOÄ Nr. A245 erfolgt zum 1,0 fachen Satz in Höhe von 6,41 EUR.

Können andere Leistungen trotzdem gesteigert werden?

Ja, auch bei Berechnung nach GOÄ Nr. A245 können einzelne Leistungen gesteigert werden, wenn die Erschwernisse nichts mit dem Hygiene-Aufwand zu tun haben. Die Hygienepauschale selbst kann nicht gesteigert werden.

 

Analog-Abrechnungsempfehlung für den SARS-CoV-2-Antigen-Nachweis mittels Schnelltest (z. B. mittels Immunchromatographie)

Die Abrechnung erfolgt analog Nr. 4648 GOÄ, „Untersuchungen mit ähnlichem methodischem Aufwand“. Beim 1,15fachen Satz beträgt die Gebühr 16,76 EUR. Darin sind auch die Kosten für Test-Kit bzw. Test-Kärtchen bereits enthalten (siehe Allgemeine Bestimmungen zum Kapitel M der GOÄ)

Die Bundesärztekammer gibt folgende ergänzende Hinweise:

Zusätzlich zur analogen Abrechnung der Nr. 4648 GOÄ kann der Nasopharynx-Abstrich zur Entnahme von Abstrichmaterial nach Nr. 298 GOÄ berechnet werden.

Wurde bei asymptomatischen Patienten eine Beratung durchgeführt, kann hierfür Nr. 1 GOÄ abgerechnet werden. Wurde über das Testergebnis eine Bescheinigung ausgestellt, kann die Abrechnung hierzu nach Nr. 70 GOÄ erfolgen. Die Behandlung symptomatischer Patienten kann weitere Leistungen notwendig machen.

Sofern ein direkter Arzt-Patienten-Kontakt stattgefunden hat, kann der "erhöhter Hygieneaufwand im Rahmen der COVID-19-Pandemie" zusätzlich über GOÄ Nr. A245 zum 1,0 fachen Satz abgerechnet werden. Diese Regelung gilt vorerst bis zum 31.03.21.